Krankheiten & Co

Leider gilt auch heute noch für Frösche - wie auch für andere Amphibien und Reptilien - ein krankes Tier ist sehr häufig ein totes Tier! Das liegt in erster Linie an fehlenden Medikamenten, bzw daran, dass nur Medikamenten aus der Nutztier- oder Humanmedizin vorhanden sind (größte Problematik hierbei: die Dosierung).

In vielen Fällen aber ist ein Tierarztbesuch ratsam oder unumgänglich.

Für diese Situation habe ich hier einen Download mit Adressen von Veterinären aus meiner Umgebung, die zumindest schonmal etwas mehr von Reptilien und Amphibien verstehen, als der "Kuharzt" vom Land (Es soll sogar den einen oder anderen Spezialisten darunter geben:

 

 

 

Hautwunden & Häutungsprobleme

Bei kleineren Kratzern oder Hautwunden hat sich nach nach Berichten mehrerer Froschhalter Augensalbe bzw Hauttropfen oder auch Baytril (nur vom TA, da verschreibungspflichtig) bewährt, die dem entsprechenden Tier aufgetragen werden muß. Die flüssige Variante (Tropfen oder Spray) ist dabei einer Salbe vorzuziehen, um den Dendrobaten unnötigen Stress zu ersparen. Diese Medikation kann (soweit flüssig) sowohl als Dauerbad in einem sterilem seperatem Quarantänebecken, als auch über die Beregnung (Verdünnungsfaktor beachten!) verabreicht werden. Ich persönlich habe bei leichten Problemen sehr gute Erfahrung mit Ringer-Infusionslösung B. Braun gemacht. Einem adulten appetitlosen Frosch, der plötzlich einen Grauschleier auf dem Rücken hatte, habe ich ca. 0,5 ml täglich über den Rücken geträufelt und schon nach 24 Stunden fraß er wieder normal und das Hautproblem verschwand innerhalb einer Woche. Solche und ähnliche Verletzungen enstehen ganz gerne mal durch Springen gegen Einrichtungen des Beckens oder die Scheibe, aber auch durch falsche bzw scharfkantige Einrichtung.

U.U. kann auch eine bakterielle Infektion (Keime o.ä.) Ursache sein. Aus diesem Grunde bin ich vor einiger Zeit dazu übergegangen, die klassischen Wassergräben der Dendrobatenterrarien -in denen sich organische Abfälle wie abgestorbene Pflanzen, Kot der Frösche und tote Futtertiere durch Spülen des Beckens (Beregnung) sammeln- nur noch als Drainage bzw Abfluss zu nutzen. Eine Schale mit täglich frischem Wasser ist wesentlich hygienischer und wird von den Fröschen ebenso gerne zum Baden genutzt.

 

 

 

Hier gut zu sehen, der Grauschleier auf Kopf, Rücken und Hinterbeinen vor der Behandlung (linkes Bild).

Derselbe Frosch einige Monate nach der Behandlung. Selbst die offene Wunde hinter der Schulter ist verheilt (rechtes Bild).

 

 

Darmvorfall

Ursache für einen Prolaps (Darmvorfall - Austreten des Darms an der Kloake) ist meist eine bakterielle Infektion oder eine Mangelversorgung. Hilfreich ist hier zunächst auch wieder das obligatorische Sitzbad; dieses Mal allerdings in einer leicht gesalzenen Wasserlösung. Führt dies nicht zum gewünschten Erfolg, wird der Prolaps mit einem sterilen Wattestäbchen vorsichtig zurückgeschoben und dem Tier in der nächsten Zeit nur wenig und kleine Nahrung angeboten. Es soll Fälle gegeben haben, in denen das Bestäuben des ausgetretenen Darms mit Puderzucker (--->Entwässerung und somit Kontraktion des Gewebes) ausreichte, um ein eigenständiges Zurückziehen der Innereien zu bewirken.

Ein weiterer Risikofaktor der Prolaps begünstigt ist -nach Angaben einiger Froschhalter- das Verfüttern von Bohnenkäfern. Der extrem harte Chitinpanzer dieser Insekten scheint (mal abgesehen von den regelrechten Würgeattacken der Frösche) der Verdauung unserer Dendrobaten große Probleme zu bereiten.

 

Dendrobates auratus Karibikseite mit Prolaps (Darmvorfall) in frühem Stadium.

(Bildquelle: Patricia Marmelade)

 

 

Würmer & Parasiten

In dem Fall, dass die Tiere plötzlich abmagern oder im Kot der Tiere Würmer vorgefunden werden, rate ich dringenst, so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen. In meinem Fall wurden die Frösche erfolgreich mit einer Wurmkur namens CONCURAT behandelt, welches 3 gr auf 10 Liter Wasser aufgelöst wird.

Es sollte auch auf z.B. Nacktschnecken (die u.a. durch Moos, Pflanzen, Futtertiere und deren Wirtspflanzen oder Pinienrinde in die Terrarien gelangen) geachtet werden, da diese Wirte für Parasiten und Bakterien darstellen. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Frösche diese Schnecken fressen ist zwar eher gering, aber warum Risiken eingehen. Die Schnecken lassen sich entweder per Hand absammeln, oder man legt über Nacht ein dickes Stück Schlangengurke ins Becken, mit diesem kann man die Plagegeister am nächsten Morgen zu 99% entnehmen.

 

 

Wasserbauchsucht / Verfettung

Grade bei der Terrarienhaltung ist darauf zu achten, dass unsere Pfleglinge nicht verfetten oder Mangelerscheinungen aufweisen. Dies kann sehr schnell passieren, wenn man es bei den (meist gut gemeinten reichlichen) Futtergaben zu gut meint, die Tiere zu wenig Bewegungsradius haben oder zu einseitig oder mit mangelhaften Futtertieren ernährt werden. Dieses Krankenbild ist häufig bei eh recht "schlecht gewachsenen" Tieren zu beobachten.

Besondere Kandidaten in dieser Hinsicht sind z.B. Phyllobates terribilis und Excidobates mysteriosus. Diese Arten blähen schnell durch "Fehlfütterung" oder Wasseransammlungen im Körper auf und sind dann kaum noch in der Lage zu fressen oder auch nur aufrecht zu sitzen, selbst die Vorderbeine scheinen dann einzuknicken. Diese Wasseransammlungen unter der Haut sind die gefährlichere der beiden Verfettungsarten (Wasserbauchsucht) und führen meist (trotz TA-Besuch) zum Tod des Tieres.

Bei Luftansammlungen unter der Haut ist die Ursache meist "nur" eine Verstopfung, die man mit einem mehrstündigem Wasserbad (ca 31°C) in den Griff bekommt. Nachdem das Tier gekotet hat, kann es sofort zurück ins "normale" Becken.

 

 

Überlaichung

Ich habe keine Ahnung, ob es diesen Ausdruck gibt, oder wie es richtigerweise heissen müsste. Wer den Fachausdruck kennt, möge mich bitte kontaktieren.

Gemeint ist jedenfalls der Umstand, dass einige Weibchen (die meist als einziges Weib mit einem oder mehreren Männchen gehalten werden), ihre Gelege das ganze Jahr über nicht reduzieren. Selbst wenn Faktoren wie Futter, Beregnung, Temperaturen o.ä. geändert werden. Trennt man in diesem Fall nicht die Tiere, kann es aufgrund von Erschöpfung zum Tod des weiblichen Tieres kommen. Erstes Anzeichen dafür ist, neben der hohen Gelegezahl, ein extremes Abmagern des Weibchens. Die Männchen der meisten Arten hingegen können meist mehrere Gelege/Weibchen betreuen. Es spricht also in manchen Fällen durchaus einiges für eine Gruppenhaltung mit etwas mehr Weibchen als Männchen (den nötigen Platz und die Verträglichkeit der geschlechtsgleichen Tiere vorausgesetzt).

Das Zauberwort heisst hier, wie auch in vielen anderen Bereichen: BEOBACHTEN!!!

 

 

Tod durch Silikon

Es ist mir bisher vergönnt gewesen, meine Tiere (abgesehen von wenigen Ausnahmen) gesund und fit zu halten. Beim Neugestalten eines Beckens habe ich trotz 2-wöchiger Wartezeit wohl die Ausdünstungen des Silikons unterschätzt. Die Folge war u.a. der Tod eines sehr erfolgreichen Zuchtpaares. Nachdem der Ärger über mich selbst (nach sehr langer Zeit) verraucht war, besetzte ich das Terrarium problemlos neu. Da ich von Anfang an mit dem speziellen Aquariensilikon arbeite, empfehle ich hier jedem Neuling von anderen Silikonen (Bad- oder Bausilikon) Abstand zu nehmen. Letztere sind erfahrungsgemäß nämlich mit Fungiziden versetzt, um Schimmelbildung zu vermeiden/zu verzögern.

Diese Erfahrung lehrte mich, NOCH MEHR Geduld zu haben und das ganze als bitteres Lehrgeld zu sehen.

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Ranitomeya reticulata "Iquitos"

 

Ranitomeya imitator "Jeberos"

 

O. pumilio "Cayo de Agua"

 

O. pumilio "Bribri"

 

O. pumilio "Cristóbal"

 

Ex. mysteriosus

 

D. tinctorius "Nominat" mit Quappe

 

D. tinctorius "Citronella"

 

D. tinctorius "Azureus"

 

D. tinctorius "Kaysergebirge"

 

Ph. terribilis "La Bréa"

 

Ph. terribilis "Quebrada Guangui"

 

D. auratus "Campana"

 

E. anthonyi "Santa Marta"

 

Agalychnis callidryas

 


Trachycephalus resinifictrix

 

Lygodactylus williamsi

 

Hemidactylus frenatus

 

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