Anschaffung von Pfeilgiftfröschen


Hier einige wichtige Faktoren zur Froschbeschaffung

Geduld, Geduld und nochmal Geduld!

Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Leitfaden für diejenigen geben, die vom Froschvirus befallen worden sind.

VOR der Anschaffung sollte sich der zukünftige Froschhalter folgende Fragen stellen:

 

-möchte ich Tiere halten, die ein Alter von 10-15 Jahre erreichen können?

 

-wer kümmert sich in Ausnahmesituationen um die Dendrobaten (Urlaub, Krankheit, Lehrgänge, o.ä.)?

 

-ist der Umgang mit den Futtertieren ein Problem für mich oder meine Vertretung?

 

-kann und will ich diese selber züchten oder regelmäßig Futter-Abos bestellen?

 

Als nächstes sei erwähnt, dass es keine "ANFÄNGERFRÖSCHE" gibt!!!

Die verschiedenen Pfeilgiftfroscharten haben aufgrund ihrer verschiedenen Verhaltens- und Lebensweisen "nur" unterschiedliche Haltungsbedingungen. Manche könnte man als recht anspruchslos bezeichnen, andere wiederum als heikel bis problematisch. Wichtigster Punkt bei der Froschhaltung ist eine möglichst artgerechte Unterbringung der Dendrobaten. Das heisst im Klartext, sich nicht nur über die Frösche zu informieren, sondern u.U. auch, sich die Frage zu stellen:

Was braucht DIESE spezielle Art Frosch, um sich wohl zu fühlen?

Von Art zu Art gibt es (im Habitat) viele Unterschiede in z.B. folgenden Punkten:

 

-Höhe ü.NN.

-Sonnenstunden

-Tages- und Nachttemperatur

-Luftfeuchtigkeit

-Niederschlagsmenge

-bevorzugte Futtertiere / -menge

-Pflanzen

-weitere Umgebung (Steine, Äste, Laub, Höhlen, etc)

-Kletter- und Versteckmöglichkeiten

-Größe und Art des Reviers (eher Bodenbewohner oder ausgiebiger Kletterer?)

-Territorialverhalten (Gruppe/Paarhaltung/Vergesellschaftung)

 

Es wird schwer fallen, alle Faktoren zu berücksichtigen (z.B. die Höhe über Null, oder ein mehrere m² grosses Revier bei gleichzeitig kontrollierbarer Fütterung), aber die meisten Punkte lassen sich mit ein bißchen Geduld und etwas technischem Aufwand recht gut bewerkstelligen.

 

3 Punkte sollten - MEINER MEINUNG NACH - an dieser Stelle noch einmal deutlich betont werden:

 

1. Einen Wasserfall / Wasserteil benötigen die wenigsten der an Land lebenden Dendrobaten.

Diese sorgen oft nur für Versumpfung, Probleme mit der Regulierung der Luftfeuchtigkeit und ein erhöhtes Maß an unnötiger, überflüssiger und anfälliger Technik. Nahezu alle Dendrobaten sind mit den Phytothelmen in den Blattachseln der Bromelien oder einer kleinen flachen Wasserschale völlig glücklich. Es handelt sich hier also in den meisten Fällen eher um ein optisches Highlight mit "Sauerei"-Risiko, als um eine unbedingt notwendige  Einrichtung. Aber Geschmäcker sind ja bekanntermaßen unterschiedlich und wenn man es richtig macht (und kann), kann es durchaus seinen Reiz haben.

 

2. Vergesellschaftung sollte für Einsteiger (und grade bei diesen ist LEIDER dieser stark zunehmende Trend feststellbar) ein Tabu sein, um den Tieren ein möglichst angenehmes Zuhause zu bieten, anstatt sie durch unpassende "Nachbarn" zu stressen. Welche Tiere miteinander auskommen und sich vertragen, kann man oft erst nach einigen Jahren beurteilen! Erst DANN - wenn überhaupt - sollte man sich mit diesem teilweise recht umstrittenen Thema befassen! Es stellt sich obendrein letztendlich ja nicht nur die Frage der Verträglichkeit, sondern auch die des Habitats und der Klimazonen, sprich der Einrichtung und der Parameter des gesamten Terrariums. Ein oder mehrere Ausweichbecken sollten in jedem Fall parat stehen.

 

3. Nebler gehören in Discos, nicht in Terrarien!

Die fein zerstäubten Wassernebel sehen zwar als langsam wabernde Schwaden in einem toll eingerichteten Show-Becken sehr imposant aus, allerdings haben sie einen gewaltigen Nachteil: Die in jedem Fall unvermeidbaren Rohre (oder Schläuche) sammeln früher oder später zwangsläufig an irgendeiner Stelle Kondenswasser und/oder Verunreinigungen, was man auch mit penibelster Hygiene kaum vermeiden kann. In diesem stehenden Brackwasser entstehen die herrlichsten Pilz-, Viren- und Bakterienstämme, die beim nächsten Benebeln direkt in die Lungen unserer Pfleglinge geblasen werden.

 

 

 

Ich kann nur jedem Frosch-Einsteiger empfehlen, folgende 6 Schritte "abzuarbeiten":

 

 

1.) Literatur anschaffen, Foren besuchen und lesen, lesen, lesen...

http://www.dendrokeller.de/tipps-links/literatur/

http://www.dendrokeller.de/tipps-links/linktipps/foren-gruppen/

 

 

2.) Art aussuchen

(und u.U. spezielle Bedürfnisse in Erfahrung bringen, wie z.B. Beschaffenheit und Einrichtung des Terrariums)

 

 

3.) Froschhalter in der Nähe finden und besuchen

(diese Gespräche bringen oft deutlich mehr als Bücher, Webseiten und Foren)

 

 

4.) Terrarium planen, einrichten und einfahren

(Stimmen alle Parameter?)

 

 

5.) Abwechslungsreiche Futtertierzuchten starten (und Becken animpfen), bzw. nach Futterlieferanten in der Nähe schauen

http://www.dendrokeller.de/tipps-links/futter-rezepte-mixturen/

https://www.dendrokeller.de/linktipps/shops/

 

6.) Tiere beim Froschhalter des Vertrauens anschaffen, einsetzen, beobachten, freuen wie bekloppt und zum elitären Kreis der Froschsüchtigen gehören ;-)

 

 

 

 

1-2 kleine Tipps noch zum Schluss:

Ein (in meinen Augen) seriöser Froschhalter / -züchter gibt seine Jungtiere frühestens in einem Alter von 3 Monaten ab.

Dann sind die Dendrobaten "stabil" und "futterfest".

Wenn erfahrene Halter / Züchter u.U. mal jüngere Frösche, Quappen oder sogar Gelege untereinander tauschen, ist das ein anderes Paar Schuhe; dem Einsteiger kann ich nur empfehlen, sich an dieser Altersgrenze zu orientieren und sich das Alter auch in den Papieren (Herkunftsnachweis) bestätigen zu lassen.

Ich empfehle dem froschinteressiertem Einsteiger an dieser Stelle, auch die Rubrik Sonstiges zu lesen, in der u.a. auf den Platz-, Zeit- und Kostenfaktor eingegangen wird.