Frösche


Artenteil (alphabetisch) siehe rechts

 

Abgabetiere siehe bitte Marktplatz/Biete-Suche-Tausche

 

Allgemeines zu Pfeilgiftfröschen

 

Bei den von mir hier (und im Artenteil) beschriebenen Tieren handelt es sich ausschliesslich um Arten, die von mir auch gehalten werden oder wurden.

 

Die bei den einzelnen Arten angegebenen Maße für die Terrarien sind als absolute Mindestmaße anzusehen, nicht unbedingt als optimale Größe. Bekanntermaßen gibt es nach oben keine (oder kaum) Grenzen .

Was die Mindestgrößen von Dendrobatenterrarien angeht, so gibt u.a. die DGHT in ihren Haltungsrichtlinien von Anuren (Stand 2005) für ein Paar Dendrobates tinctorius 1,1 die Flächenmaße 40x30cm bei einer Höhe von 25cm an.

 

 Auch wenn es sich hier um sogenannte Mindestmaße handelt, sehe ich persönlich diese Größe als zu gering an. In vorgenanntem Fall (D.t. 1,1) halte ich einen 40er Würfel (besser noch einen 50er oder mehr) als absolutes Minimum für angebrachter. Auch haben viele Halter die Erfahrung gemacht, dass ein größeres Becken die Zeigefreudigkeit deutlich begünstigt.

 

 

www.dendrokeller.de
www.dendrokeller.de

Den Namen Pfeilgiftfrösche verdanken unsere Pfleglinge den 3 einzigen tödlich giftigen Dendrobatidae, die von den kolumbianischen Indianern zur Vergiftung der Pfeile genutzt werden (siehe Gifte).

 

Ihr buntes Erscheinungsbild und ihr faszinierendes Verhalten macht sie mittlerweile seit etlichen Jahren zu einem extrem beliebten Terrarientier, das allerdings ein gewisses Grundverständnis für Terraristik, bzw. einem bestimmten "Informationsstand" über Dendrobatidae voraussetzt. Anders gesagt: Es gibt keine sogenannten "Anfängerfrösche"!  Vielmehr stellen die unterschiedlichen Arten ganz einfach auch unterschiedliche Ansprüche, die umzusetzen nicht immer einfach ist und über die man sich möglichst im Vorfeld informieren sollte.

Pfeilgiftfrösche können je nach Art eine KRL (Kopf-Rumpf-Länge) von ca. 1,5 - 7 cm erreichen - wobei die Weibchen meist etwas fülliger und größer sind - und ernähren sich von Kleinstinsekten wie  Asseln, Springschwänzen, Drosophila und Läusen, aber - je nach Größe - auch von Würmchen, kleinen Grillen, Mikro-Heimchen und Ofenfischchen.

 

Im Gegensatz zu manch anderen Arten kann man z.B. bei D. tinctorius die Geschlechter, abgesehen von der Masse der Tiere, oft an den vorderen mittleren "Fingerspitzen" unterscheiden, die beim Männchen breiter, oft heller und statt rund herzförmig sind. Dies ist jedoch nur bei (sub-)adulten Tieren erkennbar und keine 100%-ig sichere Aussage. Außerdem haben Männchen meist eine schmalere Taille und oft einen etwas "kantigeren" statt rundlichen Körperbau. Ein wesentlich sicherer Hinweis auf das Geschlecht ist beim Männchen das Rufen und beim Weibchen das "Rückenstreicheln" (des Männchens) während der Balz, sowie die Eiablage. Andere Arten vollziehen einen (Kopf-)Amplexus, der vom Männchen (oben) beim Weibchen (unten) durchgeführt wird. Nicht zu verwechseln mit dem manchmal sehr ähnlich wirkenden Kommentkampf gleichgeschlechtlicher Frösche. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist bei vielen Arten auch die dunklere Färbung am Kehlsack der Männchen, die durch das Aufblähen beim Rufen entsteht.

 

Haftscheiben
Haftscheiben

In diesem Fall gut zu erkennen:

die verbreiterten Haftscheiben/Fingerkuppen der Vorderhand, anhand der man bei Tieren eines gewissen Alters das Geschlecht bestimmen kann.



dunklerer Kehlsack
dunklerer Kehlsack

Hier sieht man verhältnissmäßig gut die dunklere Kehlsackregion beim 1,0 (links).

Wird der Kehlsack beim Rufen aufgebläht, so wirkt er u.U. heller, im Ruhezustand jedoch (was meist bei der Bestimmung der Fall ist), ist die deutlich dunklere Färbung gut erkennbar.


Klima

Quelle: http://www.iten-online.ch
Klimadiagramm Cayenne, Französisch-Guyana

Exemplarisch für das Habitat von D. tinctorius hier ein Klimaprotokoll aus Cayenne, Französisch-Guyana. Die Temperaturen liegen relativ konstant bei 28°C am Tag und 22-25°C in der Nacht, die Luftfeuchtigkeit bei tropischen 80-90% und die Regenzeit erstreckt sich in etwa von Dezember bis Juni. Die Sonnenstunden nehmen in der Trockenzeit dementsprechend zu.

Bei aller Akrebie, den Tieren einen möglichst naturgetreues Biotop zu bieten, sollte man jedoch nicht vergessen, dass grade in der Natur Unregelmässigkeiten keine Seltenheit sind. In keinem Dschungel der Welt regnet es jeden Tag um 10:00 und nochmal um 20:00 Uhr. Also sollte auch bei den klimatischen Ereignissen (ebenso wie beim Futterangebot) etwas Abwechslung geboten werden. Die Anzahl der Umsetzungsvarianten dürfte also vermutlich der Anzahl der Froschhalter entsprechen.


Individualismus

Je nach Charakter des einzelnen Frosches zeigen unsere Hüpfer (abgesehen von bekanntermaßen sehr scheuen Arten) unterschiedlichste Verhaltensweisen in bezug auf ihre Pfleger.

Bei mir sind z.B. die meisten Dendrobates-Varianten (je nach Art und Farbmorph bzw Fundort) unterschiedlich zeigefreudig. Von "Leeres Becken" (oft bei auratus) bis " Juhu, da kommt mein Pfleger (=Fressen)", (eigentlich Usus bei den tinctorius) ist alles möglich (s.u.). Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Ph. terribilis z.B. weiss gar nicht, was scheu ist.

Wozu auch, wenn man (im Normalfall) tödlich giftig ist... (Siehe GIFTE!)

 

       Links: scheuer Frosch ;-)           Rechts: wenig scheuer Frosch

      häufig bei z.B. D. auratus              Standard bei D. tinctorius


Vergesellschaftung

Leider ist heutzutage immer öfter eine der ersten Fragen von Einsteigern in die Dendrobatenhaltung:

"Welchen Frosch kann ich mit welchen anderen Fröschen/Tieren vergesellschaften?"

Die erste Frage die ich dann gerne stelle ist, wem man damit einen Gefallen tut? Den Tieren? Oder doch eher sich selbst?

Nun wäre es eine glatte Lüge zu behaupten, dass ich nicht auch schon die eine oder andere Art vergesellschaftet hatte, allerdings halte ich die Tiere schon ein Weilchen, beobachte so viel es mir möglich ist und handle dementsprechend vorsichtig. Einem Neueinsteiger würde ich an dieser Stelle lieber empfehlen, sich erst einmal erfolgreich an der artgerechten Haltung EINER Art in EINEM Becken zu versuchen, Erfahrungen zu sammeln und sich dann die Frage zu stellen, welche Symbiosen machen Sinn?

So ist z.B. ein Jungferngecko in einem Dendrobatenterrarium durchaus weit verbreitet - um nur ein Beispiel zu nennen - aber auch hier sollten genügend Platz, Ausweich- und Versteckmöglichkeiten und für BEIDE Arten erreichbare (falls nötig unterschiedliche) Klimazonen vorhanden sein.

Ein Zusammensetzen verschiedener Froscharten birgt des weiteren - wie wir alle wissen - das Risiko von Bastarden und Hybriden und das kann wirklich nicht unser Ziel sein. Auch uneingeplante Kommentkämpfe oder andere "Unstimmigkeiten" können bis zum Tod einen Tieres - zumindest aber schon zu Stress - führen.

Wer sich also in all diesen Punkten nicht 110% sicher ist, sollte die Finger davon lassen!