Frösche


Artenteil (alphabetisch) siehe rechts

Aktueller Bestand siehe Marktplatz

Allgemeines zu Pfeilgiftfröschen

 

Bei den von mir hier beschriebenen Tieren handelt es sich ausschliesslich um Arten, die von mir auch gehalten werden oder wurden. Die bei den einzelnen Arten angegebenen Maße für die Terrarien sind als absolute Mindestmaße anzusehen, nicht als optimale Größe. Bekanntermaßen sind nach oben keine (oder kaum) Grenzen.

 

 

www.dendrokeller.de
www.dendrokeller.de

Den Namen Pfeilgiftfrösche verdanken unsere Pfleglinge den 3 einzigen tödlich giftigen Dendrobatidae, die von den kolumbianischen Indianern zur Vergiftung der Pfeile genutzt werden (siehe Gifte).

 

Ihr buntes Erscheinungsbild und ihr faszinierendes Verhalten macht sie mittlerweile seit etlichen Jahren zu einem extrem beliebten Terrarientier, das allerdings ein gewisses Grundverständnis für Terraristik, bzw. einem bestimmten "Informationsstand" über Dendrobatidae voraussetzt. Anders gesagt: Es gibt keine sogenannten "Anfängerfrösche"!  Vielmehr stellen die unterschiedlichen Arten ganz einfach auch unterschiedliche Ansprüche, die umzusetzen nicht immer einfach ist und über die man sich möglichst im Vorfeld informieren sollte.

Pfeilgiftfrösche können je nach Art eine KRL (Kopf-Rumpf-Länge) von ca. 1,5 - 7 cm erreichen - wobei die Weibchen meist etwas fülliger und größer sind - und ernähren sich von Kleinstinsekten wie  Asseln, Springschwänzen, Drosophila und Läusen, aber - je nach Größe - auch von Schaben, Würmern, Grillen, Heimchen und Ofenfischchen.

 

Im Gegensatz zu manch anderen Arten kann man z.B. bei D. tinctorius die Geschlechter, abgesehen von der Masse der Tiere, oft an den vorderen "Fingerspitzen" unterscheiden, die beim Männchen breiter, oft heller und statt rund herzförmig sind. Dies ist jedoch nur bei (sub-)adulten Tieren erkennbar und keine 100%-ig sichere Aussage. Außerdem haben Männchen meist eine schmalere Taille und oft einen etwas "kantigeren" statt rundlichen Körperbau. Ein wesentlich sicherer Hinweis auf das Geschlecht ist beim Männchen das Rufen und beim Weibchen das "Rückenstreicheln" (des Männchens) während der Balz, sowie die Eiablage. Andere Arten vollziehen einen (Kopf-)Amplexus, der vom Männchen (oben) beim Weibchen (unten) durchgeführt wird. Nicht zu verwechseln mit dem manchmal sehr ähnlich wirkenden Kommentkampf gleichgeschlechtlicher Frösche. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal kann bei manchen Arten auch die dunklere Färbung am Kehlsack der Männchen sein, die durch das Aufblähen beim Rufen entsteht.

 

Haftscheiben
Haftscheiben

In diesem Fall gut zu erkennen:

die verbreiterten Haftscheiben/Fingerkuppen der Vorderhand, anhand der man bei Tieren eines gewissen Alters das Geschlecht bestimmen kann.



dunklerer Kehlsack
dunklerer Kehlsack

Hier sieht man verhältnissmäßig gut die dunklere Kehlsackregion beim 1,0 (links).

Wird der Kehlsack beim Rufen aufgebläht, so wirkt er u.U. heller, im Ruhezustand jedoch (was meist bei der Bestimmung der Fall ist), ist die deutlich dunklere Färbung gut erkennbar.


Klima

Quelle: http://www.iten-online.ch
Klimadiagramm Cayenne, Französisch-Guyana

Exemplarisch für das Habitat von D. tinctorius hier ein Klimaprotokoll aus Cayenne, Französisch-Guyana. Die Temperaturen liegen relativ konstant bei 28°C am Tag und 22-25°C in der Nacht, die Luftfeuchtigkeit bei tropischen 80-90% und die Regenzeit erstreckt sich in etwa von Dezember bis Juni. Die Sonnenstunden nehmen in der Trockenzeit dementsprechend zu.

Bei aller Akrebie, den Tieren einen möglichst naturgetreues Biotop zu bieten, sollte man jedoch nicht vergessen, dass grade in der Natur Unregelmässigkeiten keine Seltenheit sind. In keinem Dschungel der Welt regnet es jeden Tag um 10:00 und nochmal um 20:00 Uhr. Also sollte auch bei den klimatischen Ereignissen (ebenso wie beim Futterangebot) etwas Abwechslung geboten werden. Die Anzahl der Umsetzungsvarianten dürfte also vermutlich der Anzahl der Froschhalter entsprechen.


Individualismus

Je nach Charakter des einzelnen Frosches zeigen unsere Hüpfer (abgesehen von bekanntermaßen sehr scheuen Arten) unterschiedlichste Verhaltensweisen in bezug auf ihre Pfleger.

Bei mir sind z.B. die Dendrobates Varianten (je nach Art und Farbmorph bzw Fundort) unterschiedlich zeigefreudig, von "Leeres Becken"(oft bei auratus) bis " Juhu, da kommt mein Pfleger--->Fressen" (eigentlich Usus bei den tinctorius) ist alles möglich (s.u.). Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!

Die terribilis z.B. wissen gar nicht, was Scheu ist.

Wozu auch wenn man (im Normalfall) tödlich giftig ist... (Siehe GIFTE!)

 

       Links: scheuer Frosch ;-)           Rechts: wenig scheuer Frosch

      häufig bei z.B. D. auratus              Standard bei D. tinctorius


Vergesellschaftung

Leider ist heutzutage immer öfter eine der ersten Fragen von Einsteigern in die Dendrobatenhaltung:

"Welchen Frosch kann ich mit welchen anderen Fröschen/Tieren vergesellschaften?"

Die erste Frage die ich dann gerne stelle ist, wem man damit einen Gefallen tut? Den Tieren? Oder doch eher sich selbst?

Nun wäre es eine glatte Lüge zu behaupten, dass ich nicht auch die eine oder andere Art vergesellschaftet habe, allerdings halte ich die Tiere schon ein Weilchen, beobachte so viel es mir möglich ist und handle dementsprechend vorsichtig. Einem Neueinsteiger würde ich an dieser Stelle lieber empfehlen, sich erst einmal erfolgreich an der artgerechten Haltung EINER Art in EINEM Becken zu versuchen, Erfahrungen zu sammeln und sich dann die Frage zu stellen, welche Symbiosen machen Sinn?

So ist z.B. ein Jungferngecko in einem Dendrobatenterrarium durchaus nicht ungewöhnlich - um nur ein Beispiel zu nennen - aber auch hier sollte genügend Platz, Ausweich- und Versteckmöglichkeiten und für BEIDE Arten erreichbare unterschiedliche Klimazonen vorhanden sein.

Ein Zusammensetzen verschiedener Froscharten birgt des weiteren - wie wir alle wissen - das Risiko von Bastarden und Hybriden und das kann wirklich nicht unser Ziel sein. Auch uneingeplante Kommentkämpfe oder andere "Unstimmigkeiten" können bis zum Tod einen Tieres - zumindest aber schon zu Stress - führen.

Wer sich also in all diesen Punkten nicht 110% sicher ist, sollte die Finger davon lassen!

 

 

Dendrobates auratus Birkhahn, Dendrobates tinctorius Citronella, Phyllobates terribilis Quebrada Guangui
Dendrobates auratus Birkhahn, Dendrobates tinctorius Citronella, Phyllobates terribilis Quebrada Guangui

 

 

 

 

 

 

Ausnahmen bestätigen die Regel ;-)

 

Hier ein tolles Bild von (!) JUNGTIEREN (!), die sich ungeachtet ihrer verschiedenen Arten gemeinsam im Aufzuchtbecken in einer Filmdose aneinander kuscheln.

(D. auratus Birkhahn, D. tinctorius Citronella, Ph. terribilis Quebrada Guangui)

         [Bildquelle: Justina Hell]