Adelphobates castaneoticus

Der Para(-nuss)-Baumsteiger - Adelphobates castaneoticus

Der Begriff Adelphobates leitet sich aus dem griechischen Adelphos (=Zwilling/Bruder, in Bezug auf die beiden Entdecker und Beschreiber dieser und anderer Dendrobatenarten: Myers & Daly) ab.

Das Epitheton castaneoticus bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt "Kastanie", womit allerdings die südamerikanischen - zur Aufzucht der Nachzuchten unentbehrlichen - Paranüsse gemeint sind.

Die Grundfärbung von castaneoticus ist ein schwarzer, an den Extremitäten hellerer Grundton. Die Flecken (Striche und Punkte) können am gesamten Dorsum weiss bis hellgelb sein und werden durch gelb-orange bis hellrote Flecken an den Gliedmaßen ergänzt. 

Vorkommen: Para, Brasilien

KRL adult: bis ca 2,5 cm


Dendrobates auratus

Der Goldbaumsteiger - Dendrobates auratus

Der Goldbaumsteiger Dendrobates auratus hat seine Namen zum einen aus den griechischen Worten dendron (Baum) und bates (Läufer), also Baumläufer bzw Baumsteiger und zum anderen aus dem lateinischen aurum (Gold) bzw auratum (vergoldet). Im Gegensatz zu Dendrobates tinctorius sind nahezu alle Varianten des Goldbaumsteigers (mit wenigen Ausnahmen) sehr scheu und zurückhaltend. Dies tut der Beliebtheit dieses tollen Frosches jedoch absolut keinen Abbruch. Gibt es ihn doch in so unglaublichen Farbvariationen wie die metallisch-glänzenden Bronce-Morphe, grün oder blau kombiniert mit schwarz oder auch die unspektakuläre aber etwas seltenere beige-braune Camouflage-Variante "Campana".

Der in Costa Rica, Panama und Kolumbien vorkommende auratus erreicht eine KRL von durchschnittlich 30-55mm, wobei die Weibchen - wie fast immer bei Fröschen - etwas größer und massiger sind als die Männchen. Die Larven der tagaktiven Frösche haben bei Gruppenhaltung starke Veranlagung zum Kannibalismus (wie alle Dendrobates-Arten) und sollten daher einzeln gezeitigt werden.

Vorkommen: Panama

KRL adult: bis ca 4cm


Dendrobates tinctorius

Der Färberfrosch - Dendrobates tinctorius

Der Färberfrosch Dendrobates tinctorius hat seinen Gattungsnamen zum einen aus den griechischen Worten dendron (Baum) und bates (Läufer), also Baumläufer bzw Baumsteiger und zum anderen aus dem lateinischen tinctor (färben). Letzteres bezieht sich auf eine nicht nachgewiesene Legende, nach der die Guyana-Indianer Papageien einige grüne Schwanzfedern rauszogen, diese Stelle mit den Fröschen (oder deren "Flüssigkeiten" ) bestrichen, woraufhin angeblich rote Federn nachgewachsen sein sollen.

Diese Froschart ist im nördlichen bis mittleren südamerikanischen Regenwald zuhause.

Genauer gesagt in Guyana, French-Guyana, Surinam, Amapá und Brasilien.

Die Tiere erreichen je nach Typus eine KRL von ca 35-70mm und zählen somit zu den großen Pfeilgiftfroscharten. Je nach Herkunft und Verbreitung können sie in Größe - vor allem aber in den unterschiedlichsten Farbmorphen - stark variieren. Ist die Nominatform mit 35-40mm noch relativ klein, so sind z.B. Kaysergebirge oder Citronella mit bis zu 7cm schon recht imposant.

Dendrobates tinctorius gehört definitiv zu den zeigefreudigen Fröschen.

Vorkommen: Surinam, Frz.-Guyana, Brasilien

KRL adult: ca. 4 - 7cm


Excidobates mysteriosus

Der Maranon-Baumsteiger - Excidobates mysteriosus

Der Maranon-Baumsteiger erhielt seinen wissenschaftlichen Namen aufgrund der relativ langen ungeklärten Artenzugehörigkeit. Ursprünglich Dendrobates zugeordnet, kam er über Ranitomeya zu seiner jetzigen Gattung Excidobates, denen auch E. captivus und E. condor angehören. Das Äußere von mysteriosus ist meist eine unterschiedlich hell auftretende braune Grundfärbung mit weißen, manchmal auch leicht mint oder bläulich wirkenden Punkten. Bei der kürzlich entdeckten Bongara-Population sind es im übrigen deutlich mehr, dafür aber meist kleinere Punkte als beim Holotyp.

Die Haltung entspricht in groben Zügen der anderer Dendrobatenarten, jedoch entspringt mysteriosus einem hochgelegenen felsigen Habitat ab ca. 800-1000m üNN, teils noch höher. Unter Berücksichtigung dessen kann das Becken mit vielen groß- und breitblättrigen Bromelien, aber auch einigen Fels-Elementen eingerichtet sein und auch das Temperaturgefälle differenziert sich deutlich von anderen Arten. Der "Mysteriöse Baumsteiger" benötigt tagsüber Temperaturen von 20-25°C, nachts allerdings fällt im Habitat die Temperatur auf bis zu 17°C. Auch die Luftfeuchtigkeit kann etwas niedriger ausfallen.

Vorkommen: Peru, Ecuador

KRL adult: bis ca. 3,5 cm


Oophaga pumilio

Das Erdbeerfröschchen / der Zwergbaumsteiger - Oophaga pumilio

Der Gattungsname des Erdbeerfröschchens entstand aus dem griechischem Wort Oon (Ei) und phagein (fressen) = eierfressend und dem lateinischen Wort pumilus = Zwerg. Seinen deutschen Namen verdankt dieser Zwerg der Tatsache, dass einige Morphe seiner Art eine schwarz-(oder zumindest dunkel-)granulierte orange-rote Grundfarbe besitzen, die optisch stark an Erdbeeren erinnern.

Trotz seiner geringen Größe von 15-25mm zählen Pumilios mit zu den beliebtesten Dendrobaten in menschlicher Haltung. Dies liegt nicht zuletzt an dem überaus interessantem Brutverhalten der Zwerge. Sie legen ihre Larven in eine Blattachsel (z.B. einer Bromelie) oder eine Filmdose und das Muttertier versorgt problemlos mehrere an verschiedenen Stellen hinterlassene Quappen mit unbefruchteten Nähreiern.

Sie ist dabei angeblich sogar in der Lage, überlebensfähige von nicht überlebensfähigen Jungen zu unterscheiden und dementsprechend die Versorgung zu optimieren, d.h. nur noch die starken Larven zu füttern. Zumindest wird das vermutet, da diese Oophagen einen nicht unbeachtlichen Teil ihrer Gelege vernachlässigen. Die außergewöhnliche Brutpflege von Oophaga pumilio macht eine künstliche Zeitigung jedoch sehr schwierig. Es sollen aber schon Fälle mit Eigelb oder fremden "Nähreiern" geglückt sein.

Obwohl unsere Pumis recht klein sind, geben sie doch sehr laute Balztöne von sich. Diese Frösche sind ebenfalls keineswegs scheu, jedoch recht klein und flink.

Vorkommen: Panama, Costa Rica

KRL adult: bis ca 2cm

 


Phyllobates terribilis

Der schreckliche Blattsteiger - Phyllobates terribilis

Der Gattungsname Phyllobates terribilis besteht aus den griechischen Worten phyllon (Blatt) und bates (Läufer), sowie dem lateinischen terribilis (schrecklich). Den Namen schrecklicher Blattsteiger (oder schrecklicher oder goldener Giftfrosch) trägt dieser Pfeilgiftfrosch vermutlich mit der meisten Berechtigung unter all seinen Artgenossen. Obwohl bei Nachzuchten und hier in Terrarien gehaltenen Tieren kein Gift mehr nachzuweisen ist, zählt das in der Natur produzierte Toxin dieser Phyllobaten zu den wirkungsvollsten Giften der Natur. Angeblich reicht das Gift eines einzigen Frosches, um 10 Menschen zu töten. Laut der indigenen Ureinwohner, die ihre Blasrohre mit dem Gift von Ph. terribilis behandeln, läuft ein von einem Pfeil getroffener Mensch noch max 10 Schritte bevor er tot zusammenbricht.

Vermutlich führte die Kombination der Ausdrücke "schrecklich" und "Giftfrosch" zu dem - an sich völlig unlogischen, aber (oder besser weil) behördlich verhängten - zwischenzeitlichem Haltungsverbot der in Terrarien gehaltenen, völlig ungefährlichen Tiere im Bundesland Hessen.

Die Farbmorphen dieser Art reichen von jeweils einfarbigem goldgelb und orange, bis mint türkis und cremefarben bis weiss. Leider werden diese Morphe in der Terrarienhaltung nur allzu häufig vermischt, so dass es mittlerweile viele grün-gelbliche Tiere gibt.

Phyllobates terribilis gehört zu den wenigen Pfeilgiftfroscharten, denen so etwas wie Scheu gänzlich unbekannt ist.

Vorkommen: Kolumbien

KRL adult: bis ca 5cm