Glossar


Abkürzungen & Fachchinesisch

Mir sind sowohl in der Fachliteratur, als auch in diversen Foren und Chats, aber auch beim Fachsimpeln mit anderen Froschverrückten im Laufe der Zeit immer wieder diverse Abkürzungen, Fachbegriffe, Kürzel und Fremdworte begegnet, die ich an dieser Stelle dem Einsteiger in diese Materie näherbringen möchte.

Die in der Szene immer mehr gebräuchlichen Abkürzungen für die Froschnamen (pumis, tincis, histris, etc.) lasse ich jedoch bewusst außen vor.

 

 

 

2,3,5

Eine Zahlenfolge wie diese gibt an, wieviele der genannten Tiere welches Geschlecht haben. Die erste Stelle gibt die Menge der Männchen an, die zweite die der Weibchen und die letzte die der (geschlechts-)unbestimmten Tiere. In unserem Beispiel handelt es sich also um 2 Männchen, 3 Weibchen und 5 Tiere unbekannten Geschlechts (zwar meistens, aber nicht zwangsläufig Jungtiere!!!)

 

adult

siehe auch juvenil

 

Albinismus

(lat. albus=weiss)

Als albinistische oder albinotische Tiere bezeichnet man Exemplare mit einer teilweisen oder vollständigen Störung / dem Fehlen der Melanine (Farbpigmente) in der Haut und den Augen. Betroffene Dendrobaten sind oft sehr licht- und noch mehr - UV-empfindlich.

Das Gegenteil von albinistisch (fehlfarbig) ist melanistisch (farbig).

 

Abortivei

Ein Abortivei (auch Molen-Ei oder Windei genannt) sind unbefruchtete oder zumindest nicht überlebensfähige Eier, die - in unserem Fall der Dendrobatenaufzucht - von den Muttertieren zur Ernährung der Larven bei eben diesen abgesetzt werden. Diese Art der Aufzucht wird grundsätzlich von den oophagen - teilweise jedoch auch von einigen omnivoren Arten -praktiziert.

 

Akkumulation

Unsere Frösche sind in der Lage, die Gifte ihrer Beutetiere zu akkumulieren (-->ansammeln / anhäufen) und über die Haut wieder abzugeben. Diesen Prozeß des Speicherns der Gifte nennt man Akkumulation. 

 

Amplexus

Amplexus oder auch Kopfamplexus nennt man die bei einigen Froscharten vorhandene Umklammerung des Weibchens durch das Männchen bei der Paarung. Nicht zu verwechseln mit dem teilweise ähnlichen Kommentkampf zweier gleichgeschlechtlicher Rivalen.

 

Ansetzen + Animpfen

Ansetzen heißt, eine neue Futtetierzucht zu starten, wenn ich also z.B. eine Handvoll meiner Fruchtfliegen -statt sie zu verfüttern- mit Nährbrei und Holzwolle in einen Becher gebe, um bald neue Fliegen zu erhalten.

Animpfen ist der Ausdruck, der Verwendung findet, wenn ich z.B. ein neu eingerichtetes Terrarium mit Asseln und Springschwänzen versehe. Das macht sehr lange vor dem Einzug der eigentlichen Bewohner durchaus Sinn, da sich diese Futtertiere erstens hervorragend im Terrarium vermehren und sie zweitens eine erstklassige Gesundheitspolizei fürs Becken darstellen. Diese Tiere ernähren sich nämlich von den organischen Abfällen (abgestorbene Pflanzenteile, tote Futtertiere, Froschkot, etc) im Terrarium.  

 

Aposematismus

Als aposematische Frösche kann man diejenigen sehen, die durch ihre grelle und bunte Färbung eine Warnung an potentielle Fressfeinde ausdrücken. Dieses deutliche Zeichen von Ungeniessbarkeit und/oder Giftigkeit ist das Gegenteil von Tarnung und meist reicht dem Angreifer eine einzige Begegnung um eine lebenslange Aversion hervorzurufen.

 

arboreal

heißt "auf dem Baum lebend", das Gegenteil ist dementsprechend nonarboreal.

Die Unterscheidung von boden- und baumbewohnenden Dendrobaten hört sich allerdings leichter an, als sie in der freien Wildbahn in Wirklichkeit ist. Wo beginnt baumbewohnend, wenn z.B. ein Frosch auf einem umgestürzten Baumstamm in - sagen wir mal - 2m Höhe sitzt? Im Regenwald, dessen Baumkronen nicht selten 50m und mehr erreichen können würde man ihn wohl Bodenbewohner nennen. In einem - unter günstigen Bedingungen - 2m hohem Terrarium würde er wohl als Kletterer eingestuft...

 

Amivit, Birkhahnpulver (BiPu), Dendrocare, ZVT

Amivit A, Birkhahnpulver "E" & "FB", Dendrocare und Korvimin ZVT sind nur einige von sehr viel mehr Futterergänzungsmitteln. Diese sind zum Einstäuben der Futtertiere, um Mangelerscheinungen oder Krankheiten nach Möglichkeit vorzubeugen.

 

BArtSchV

Bundesartenschutzverordnung

 

Bibel

Wenn unter "Fröschlern" mal der Ausdruck "BIBEL" fällt, so ist damit dieses unschlagbare Werk von Lötters, Jungfer, Henkel & Schmidt gemeint:

http://www.dendrokeller.de/tipps-tricks/literatur/

Im Link Literatur der 3.Artikel

 

BTX, PTX, HTX

Hier einige Alkaloide unserer Pfleglinge.

Sie zählen zu den effektivsten Giften der Natur:

BTX = Batrachotoxin

PTX = Pumiliotoxin / aPTX = Allopumiliotoxin

HTX = Histrionicotoxin

 

Chitrid

Der Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) ist ein Pilz, der Amphibien befällt. Der Verlauf der Krankheit Chytridiomykose endet meistens tödlich. Die in den 1980ern in Süd- und Mittelamerika, sowie Australien aufgekommene Krankheit hat (mittlerweile auch in Europa) die Bestände extrem dezimiert und einige Arten gänzlich ausgerottet. Man nennt dieses traurige Phänomen Weltweite Amphibienkrise! Angeblich erfolgreiche Gegenmaßnahmen sollen erhöhte Luft-, Wasser- und Körpertemperatur sein. Als Gegenmittel wird - meines Wissens nach allerdings bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen - Itrakonazol erwähnt.

 

Cites

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen, kurz: CITES) regelt (oder verbietet) den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten. Dieses Übereinkommen ist in drei Anhänge aufgeteilt.

 

Dendrobaten

Grundlegend verbreitete, aber fälschliche Bezeichnung für Dendrobatidae.

Dendrobates heisst sinngemäß übersetzt nun erstmal Baumsteiger. Falls jemand die exakte Systematik (hier anhand von Dendrobates tinctorius Azureus) benötigt, bitte sehr:

Klasse:        Lurche (Amphibia)

Ordnung:    Froschlurche (Anura)

Familie:       Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)

Gattung:     Baumsteiger (Dendrobates)

Art:             Färberfrosch (tinctorius)

Morph:        blau (Azureus)

Umgangssprachlich hat sich "Pfeilgiftfrösche" als Trivial-Bezeichnung für Dendrobaten/Dendrobatidae eingebürgert, wenngleich nur 3 Frösche wirklich tödlich giftig sind und den Namen Pfeilgiftfrosch verdienen. Siehe hier: http://www.dendrokeller.de/gifte/

 

DGHT

Die seit 1964 bestehende Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zählt z.Z. ca. 7000 internationale Mitglieder. Ihre Bereiche sind u.a.:

-Wissenschaft und Forschung

-Natur-, Arten- und Tierschutz

-Reptilien- und Amphibien-Medizin

-Zucht, Haltung und Pflege von Terrarientieren

-Schulungen und Prüfungen Sachkundenachweis Terraristik nach § 11 Tierschutzgesetz

 

dermatophag

Fachausdruck für Tiere, die sich häuten und dabei/anschließend ihre alte Haut verspeisen.

 

drosodicht

als drosodichte bzw futtertiersichere Terrarien bezeichnet man Becken, bei denen u.a. Gaze verwendet wird, die 1.) so engmaschig ist, das keinerlei Futtertiere (wie halt Drosos) ausbrechen können und 2.) nicht aus Kunststoff besteht, damit sie nicht von den Insekten zerfressen werden kann. Desweiteren sollten die zu öffnenden Scheiben eines solchen Terrariums rundum (nicht nur oben und unten) mit E-Profilleisten und an der Scheibenüberlappung mit einer Silikonnaht versehen sein. Ein solches sogenanntes Dendrobatenbecken hat meist auch noch einen doppelten, leicht schräg nach vorn fallenden Boden, so dass ein Wassergraben entsteht. In diesem ist eine Bohrung für einen Abfluß und in der Deckenscheibe mehrere Bohrungen für Beregnungsdüsen sinnvoll.

 

EBL, WBL, SS, TA, OA, MKW, OF, WP, Drosos

Hier eine kurze Auswahl an gebräuchlichen Abkürzungen für Futtertiere:

EBL = Erbsenblattläuse

WBL = Weizenblattläuse

SS = Springschwänze

TA = tropische Asseln

OA = orange Asseln

MKW = Milchkrautwanzen

OF = Ofenfischchen

WP = Wiesenplankton (Kleinstinsekten von unbelasteten Wiesen)

Drosos = Drosophila (Tau- oder Frucht- oder Essigfliegen)

 

 

Erstbeschreibung 

Die Erstbeschreibung in der Biologie ist die erste wissenschaftliche Beschreibung einer bis dato unbekannten Spezies. Durch diese Erstbeschreibung erhält ein Lebewesen - unter Berücksichtigung der Nomenklatur - einen vorübergehenden Namen, der sich im Laufe der Zeit (z.B. durch wissenschaftliche Neuentdeckungen bei Familienverhältnissen der Arten, DNA-Analysen, etc) ändern kann. Meist ist dieser "Unterart"-Name nominotypisches Taxon.

 

Epiphyten

Epiphyten -sogenannte Aufsitzerpflanzen- sind Schmarotzerpflanzen (wenn auch nicht im wirklich parasitären Sinne), die sich zum Überleben als Substrat eines Wirtes bedienen. Auf einem Baum oder anderen Pflanzen können daher Tillandsien, Bromelien und Orchideen wachsen.

 

Filialgeneration F1, F2,...

Als Filialgenerationen (F1, F2,...) bezeichnet man die Nachkommen der Tiere, die Ausgangspunkt einer Abstammungslinie sind. Die erste Linie heißt dementsprechend F1, deren direkte Nachkommen dann F2, usw.

Die Ausgangstiere (1,1 oder u.U. auch eine Gruppe) stellen die Parentalgeneration P dar.

 

Genus

=Gattung

 

gut loading

Der Begriff gut loading  (gut = Magen/Darm, loading = laden/füllen) heißt        - aus dem englischen sinngemäß übersetzt - soviel wie "Magen füllen". Gemeint ist damit die Vorgehensweise, den Futtertieren schon während der Zucht ein möglichst hochwertiges Futter - inkl. Vitaminen - anzubieten, damit sich diese Qualität auf unsere Frösche überträgt.

 

Habitat / Biotop

(lat.: habitare = wohnen) Wohnort, Standort

Unter einem Habitat bzw. einem Biotop versteht man also den charakteristischen, bevorzugten Lebensraum einer Spezies in freier Wildbahn.

 

Hälterung

Hälterung ist ein Begriff, der eine zeitlich begrenzte, oft qualitative - zumindest jedoch artgerechte - Haltung von Tieren (z.B. bis zum Verkaufsalter oder oft auch die Quarantäne) beschreibt. Diese ist u.a. der Grund für den auf den ersten Blick u.U. hoch erscheinenden Preis eine Tieres von namhaften Züchtern. Werden Tiere auf Börsen zu Dumping-Preisen angeboten, darf - meiner Meinung nach - an der Seriosität des Halters gezweifelt werden.

 
Häutung

Ja, auch Frösche häuten sich, vor allem während des Wachstums, aber natürlich auch danach. Da sie dies jedoch in den sehr frühen Morgenstunden zu tun pflegen (bevor das Licht angeht), sind sie selten dabei zu sehen. Es sieht nach einem ziemlich unappetitlichem schleimigen Frühstück aus, welches die Tiere zu sich nehmen, so dass nur selten etwas davon im Terrarium zurückbleibt. Wer dieses "Mahl" das erste Mal sieht, ist meist entweder angewidert oder bekommt (aus Unwissenheit) Angst um seine Tiere. 

 

Herkunftsnachweis

Dieses Dokument stellt eine Erklärung über die Herkunft von Tieren von besonders geschützten Arten dar, damit der neue Halter die Besitzberechtigung nachweisen kann. Es muss grundsätzlich bei ALLEN neu erworbenen Tieren mit ausgehändigt werden, unabhängig davon, ob diese nun meldepflichtig sind oder auch nicht.

(§ 46 des Bundesnaturschutzgesetzes)

siehe auch HIER

 

 

Holotypus--->Typus

Ein von der Wissenschaft konserviertes Tier, das als Namensgeber einer Art Pate stand und auch für deren Beschreibung (Erstbeschreibung) verantwortlich ist. Im Zweifelsfall bei der Zuordnung von Exemplaren, kann der Holotypus zurate gezogen werden und als Vergleich dienen, wenn keine weiteren (Unter-)arten oder Exemplare vorhanden sind.

 

hydrophil

=feuchtigkeitsliebend

 

imo

= in my opinion ~ meiner Meinung nach

weit verbreitetes Kürzel in Chats, Postings, etc

 

juvenil, subadult, präadult, adult

Ein juveniles Tier ist ein "kindliches" oder "jugendliches" Tier, ein Jungtier halt. Als adult bezeichnet man hingegen "erwachsene" bzw. "geschlechtsreife" Tiere. Es gibt allerdings Zwischenstadien, die man subadult oder präadult nennt.

 

kannibalisch, kannibalistisch

Als kannibalisch oder kannibalistisch bezeichnet man die Larven/Quappen, die im Falle einer Gemeinschaftshaltung ihre Artgenossen attackieren, anknabbern oder teilweise komplett fressen. Für diese Arten ist eine Einzelhaltung ratsam.

 

KRL
KRL bedeutet Kopf-Rumpf-Länge und bezeichnet die Länge (Größe) eines Tieres, gemessen von der Nasen- oder Schnauzenspitze bis zum Kreuzbein, bzw bis zur Schwanzwurzel. (Im englischen: SVL---> snout-venter length)

 

Landplanarien

"Landplanarien" oder auch "Xaximwürmer" sind bis zu mehreren cm lange Würmer, die ihren Weg über Xaxim, Futter, Substrate, u.ä. in unsere Terrarien finden. Diese Würmer sind ans Landleben angepaßt, benötigen aber Feuchtigkeit, daher sollte zunächst bei "Befall" die Feuchtigkeit und die Futtermenge reduziert werden. Man sieht sie am häufigsten nach dem Beregnen an den beschlagenen, feuchten Terrarienscheiben. Diese unschönen Kriecher sind für die Dendrobatidae selbst zwar ungefährlich, als Fleisch- bzw. Aasfresser aber angeblich für Quappen und Gelege nicht ganz unbedenklich. 

 

Letale Dosis

Letale Dosis = tödliche Dosis. Bei dem z.B. in Phyllobates terribilis vorhandenem Gift beträgt die letale Dosis 0,002 mg/kg. Das heißt, das ein Frosch dieser Art ausreichend Gift enthält, um 10 erwachsene Menschen zu töten. Natürlich nur die in freier Wildbahn lebenden Exemplare.

 

LSR, EVG, T5, T8, LED

LSR steht für Leuchtstoffröhre, EVG für elektronisches Vorschaltgerät, T5 und T8 sind zwei verschiedene Arten von Leuchtstoffröhren, wobei die T5 die neuere Variante ist und dementsprechend bei geringerem Stromverbrauch und geringerem Durchmesser im Vergleich zur veralterten T8 vorzuziehen ist. LED steht für light-emitting-diode (lichtausstrahlende Diode). Diese Beleuchtung ist mehr und mehr auf dem Vormarsch und nimmt entsprechend ihres Stromverbrauchs, ihrer Langlebigkeit und der nunmehr auch nutzbaren Spektren den ersten Platz ein.

 

M, LT, DL, LB, S1, S2, ...
Bei vielen Beschreibungen von Reptilien und Amphibien findet man oben genannte Kürzel. Diese bedeuten Medial-, Lateral-, Dorsolateral-, Labialstreifen und Signalflecken 1, Signalflecken 2, usw.

Sie deuten -wie der Name schon sagt- auf verschiedene Streifen und Flecken oder Muster bei der Haut und Färbung hin. So steht dorsal z.B. für den Rücken-Bereich, lateral für die Flanken (Seiten) und ventral den Bauch zugehörig.

 

Meldepflicht

Wer in Deutschland besonders geschützte Wirbeltiere hält, hat dies der zuständigen Behörde unverzüglich zu melden. Dazu zählen folgende Situationen:

-Zugänge durch Kauf und Nachzucht

-Abgänge durch Verkauf und Tod

-Umzug / Wohnortwechsel

(Bundesartenschutzverordnung §7 Abs. 2)

Hiervon ausgenommen sind die in Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführten Arten. 

Um hier immer auf dem laufenden zu bleiben empfehle ich, im Zweifelsfall bei der zuständigen Behörde (untere Landschaftsbehörde, Umweltamt, etc.) einfach nachzufragen.

siehe auch HIER

 

Metamorphose

Das ist der Prozess, bei dem sich die Kaulquappe (oder Larve) in ein Jungtier wandelt. Das Jungtier hat anschliessend schon das Aussehen (natürlich nicht die Größe) eines erwachsenen Tieres.

Während dieser strapaziösen Umwandlung stellt sich u.a. die Funktion der äußeren Kiemenbüschel ein und wird mehr und mehr von den sich bildenden Lungen übernommen.

 

MfG oder MfB

steht NICHT für "mit freundlichen Grüßen", sondern für Mitfahrgelegenheit bzw Mitfahrbörse. Wird gern genutzt, um Tiere duch dritte Personen, die eine entsprechende Strecke eh fahren, von Halter A zu Halter B zu befördern. Grade in der kalten Jahreszeit eine sehr gute Alternative zum Tierversand.

 

Mimikry

Die Kunst der Mimikry besteht darin, eine andere gefährliche (weil z.B. giftige) Art zu kopieren, um gemeinsamen Fressfeinden vorzugaukeln, man wäre ebenfalls giftig und/oder ungeniessbar. Diese Kunst bezieht sich meist auf das Äussere -sprich Farben, Muster, Formen, aber auch Verhalten. Sie ist das Gegenteil von Mimese, bei der ein Lebewesen versucht, sich zu tarnen, indem es sich seinem Lebensraum anpaßt (Beispiel: Stabheuschrecke, Wandelndes Blatt, etc).

 

montan, submontan, prämontan

Als montan gelten in den Tropen Höhen zwischen 1500 und 3000m NN, wohingegen die tiefer liegenden Gegenden als sub- oder prämontan bezeichnet werden.

 

Morph(-ismus)

Unter (Farb-)Morph(-ismus) oder auch Farbvariante versteht man die Unterteilung einer Art nach verschiedenen Farbmustern oder auch Formen, da es bei Pfeilgiftfröschen keine Unterarten gibt. Nicht ausnahmslos nach farblichen Unterschieden (z.B. "Azureus" oder "Citronella"), sondern oft auch in Zusammenhang mit dem Vorkommen / Fundort der Art (z.B. "Kaysergebirge" oder "Escudo"), oder auch dem Entdecker/Beschreiber (z.B. "Lehmanni", "Dasha" oder "Birkhahn").

 

Neuralrinne 

Die Neuralrinne ist der längliche Strich auf dem befruchteten Ei, der dieses an beiden Enden sogar überlappt. Aus ihr entsteht das Rückenmark (und somit das Nervensystem) des Frosches und es ist (je nach Froschart) meist schon am 4. Tag der Entwicklung zu erkennen. Erst später folgen der Kopf mit Aussenkiemen und die weiteren Extremitäten. 

 

Nomenklatur

Eine Nomenklatur (lat. = Namensverzeichnis) regelt die Benennung und Klassifizierung von Lebewesen, Pflanzen, Bakterien, Medizin, Chemie, Astronomie und vielen weiteren Bereichen und Themengebieten. Im Falle unserer Dendrobaten gelten die Internationalen Regeln für die Zoologische Nomenklatur (engl. International Code of Zoological Nomenclature, ICZN), oft auch kurz und knapp einfach nur "Code" genannt.

Ein Anwendungsbeispiel der Nomenklatur findet sich hier im Bereich Glossar unter DENDROBATEN.

 

Nominat, Nominatform, nominotypisches Taxon

Nominat(-form) einer Art heißt, dass diese Variante der Lokalform des Holotypus am nähesten kommt. Andere Morphe dieser Art haben anstelle der fehlenden (Unterart-)Bezeichnung z.B. die Farbe, den Fundort oder auch den Entdecker/Beschreiber (oder auch dessen Familienmitglieder) angegeben (-> Dendrobates tinctorius azureus / Dendrobates tinctorius Kaysergebirge / Dendrobates tinctorius Dasha). Allerdings ist der Begriff "Nominat" - wenngleich weit verbreitet - wissenschaftlich betrachtet falsch und selbst der Ausdruck "Nominatform" ist veraltet. Die korrekte Bezeichnung lautet "nominotypisches Taxon" (nach den internationalen Regeln für die zoologische Nomenklatur).

 

NZ

NZ = Nachzuchten, oder auch dNZ = deutsche Nachzuchten

 

omnivor, oophag, carnivor
Das Fressverhalten von Kaulquappen/Larven kann man in drei Gruppen unterteilen. Die omnivor veranlagten sind Allesfresser und ebenso wie die carnivoren Fleischfresser seperat zu zeitigen, da beide kannibalistisch veranlagt sind. Die oophagen Arten sind Eierfresser, also von den unbefruchteten Nähreiern des Muttertieres abhängig. Dementsprechend schwierig gestaltet sich eine künstliche Zeitigung.

 

pelvic patch

Unter pelvic patch (engl.= Becken Patch / Becken Stelle) muss man sich die Stelle am Unterbauch der Amphibien vorstellen, mit der der Frosch in der Lage ist, eine Wasseraufnahme zu vollziehen. Dies dient zum einen - bei manchen Arten (die dies in sehr mineralienhaltigen Gewässern tun) der Regulierung des Mineralhaushaltes der Tiere - zum anderen aber auch zur späteren Abgabe der Flüssigkeit bei bzw. über den Gelegen.

 

Petrischale

Diese durchsichtigen Glas- oder Kunststoffschalen werden u.a. von Froschhaltern unter Kokosnusshälften plaziert, um manchen Froscharten als Ablaichplatz zu dienen. Petrischalen finden normalerweise in erster Linie in Biologie, Chemie und Medizin ihren Einsatz, wo sie zur Kultivierung von Mikroorganismen genutzt werden.

 

Phytotelma

Dieses Wort aus dem griechischen bedeutet "Pflanze" und "Pfütze". Es handelt sich demnach um Kleinstgewässer, die häufig in oder an Pflanzen vorkommen. Beispielsweise in Astlöchern, Bromelientrichtern, Blattachseln und ähnlichem.

 

Prädator

--->Fressfeind

 

Primärwald, Sekundärwald

Der Primärwald ist ein unberührter, nie abgeholzter Wald mit hohen Bäumen und sehr hoher Artenvielfalt. Der Sekundärwald wurde bereits abgeholzt, ist wieder nachgewachsen und hat neben fehlenden hohen Bäumen eine wesentlich geringere Artenvielfalt als der Primärwald.

 

Quappentee

Quappentee wird ein Sud zur Aufzucht bzw Zeitigung von Kaulquappen genannt. In der Regel besteht dieser aus Wasser, Eichenblättern und Erlenzapfen.

(Siehe http://www.dendrokeller.de/futter/rezepte-futtertiere/)

 

Resorption

Wenn der Schwanz resorbiert wird, ist damit die Stoffaufnahme der Quappen gemeint. Während der Metamorphose bildet sich der Schwanz der Kaulquappe zurück, das Tier stellt währenddessen die Nahrungsaufnahme nahezu komplett ein und nutzt die Stoffe und Reserven dieses "Depots" zur Weiterentwicklung. Nach der Resorption frisst das Tier wieder ganz normal.

 

RH und MHF

Rüsselsheim und Marktheidenfeld. Das jährliche Mekka der Fröschler, da es sich hier um reine Froschbörsen handelt.

 

Rote-Liste-Status

Dieser jährlich erscheinende Status gibt an, wie gefährdet eine Art ist.

-EX – Extinct (ausgestorben)

-EW – Extinct in the Wild (in freier Wildbahn ausgestorben)

-CR – Critically Endangered (vom Aussterben bedroht)

-EN – Endangered (stark gefährdet)

-VU – Vulnerable (gefährdet)

-NT – Near Threatened (gering gefährdet, Vorwarnliste)

-LC – Least Concern (nicht gefährdet)

-DD – Data Deficient (keine ausreichenden Daten)

-NE – Not Evaluated (nicht bewertet)

 

Sachkundenachweis, §11 Tierschutzgesetz

Die Genehmigung/Erlaubnis gemäß §11 Tierschutzgesetz (umgangssprachlich: Sachkundenachweis, bzw. §11) ist für gewerbetreibenden Handel mit Wirbeltieren vorgeschrieben, kann aber auch über Prüfungen (DGHT, VIVE, etc.) als Privatperson abgelegt werden. Sie gilt als Nachweis der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten im Umgang mit einer entsprechenden Tierart.

 

sp., spec.

- (lat.) species = Art

Der Zusatz sp. oder spec. im Gattungsnamen deutet auf eine noch unbeschriebene oder neu zuzuordnende Art / Gattung hin.

 

supplementieren

Unter supplementieren versteht man die ergänzende Aufnahme von Nährstoffen, in unserem Fall ist damit das Einstäuben der Futtertiere mit Ergänzungspräparaten gemeint. Dies soll zu einem ausgeglichenerem Vitamin- und Nährstoffhaushalt bei den Tieren führen und u.a. Vitamin D3-Mangel vorbeugen, da man seinen Dendrobaten unmöglich die Vielfalt der Nahrung in freier Wildbahn bieten kann.

 

Taxon

Das griechische Wort Taxon (Ordnung, Rang, Zugehörigkeit) steht für die "Einheit", aus der sich für Lebewesen oder auch ganze Gruppen die Zugehörigkeit in der biologischen Systematik ergeben. Die Bildung dieser Taxa unterliegen den nomenklatorischen Codes, aber unterschiedliche Sichtweisen der Systematik führen u.a. auch schon mal zu unterschiedlichen Benennungen.

 

Thanatose

Thanatose ist der Fachausdruck für die Totstellung bzw. Schockstarre verschiedener Tiere. So können sich neben Amphibien und Reptilien auch viele Vögel, Spinnen und Insekten - ja sogar einige Säugetiere - totstellen, immer in der Hoffnung, dass dem potentiellen Prädator dadurch das Interesse am Beutetier verloren geht, bzw. das dieser es nicht mehr wahrnimmt.

 

WF, IT, FZ, ZP, ZG, NZ, OG, LxBxH

diese Kürzel stehen für:

WF     = Wildfang

IT       = Importtier

FZ      = Farmzucht

ZP      = Zuchtpaar (1,1)

ZG      = Zuchtgruppe (z.B. 1,3)

NZ      = Nachzucht (manchmal auch dNZ=deutsche Nachzucht)

OG      = optimale Größe (des Terrariums bei paarweiser Haltung)

LxBxH = Länge x Breite x Höhe des Terrariums.

 

Xaxim, LTG, LBM, RFG, 2K-PU

Hier sind die verschiedenen Materialien zur Gestaltung eines Regenwaldterrariums aufgelistet. Xaxim (spricht man: Schaschim) besteht aus asiatischen Baumfarnen, die Sporen und Samen enthalten, die bei Feuchtigkeit austreiben und die (leider recht teuren) Platten begrünen. LTG ist die Abkürzung für Latex-Torf Gemisch, das -genauso wie LBM (Latex-Bindemittel) und RFB (Rain-Forrest-Background)- zum Beschichten / Beflocken von z.B. Styroporplatten geeignet ist, die man dann genauso einfach wie die Xaximplatten als Wände ins Becken klebt. Leider sind letztere nicht so einfach und kreativ zu bearbeiten wie die Latex-Styropor-Versionen. 2K-PU Parkettkleber hat sich zum Beflocken auch sehr gut bewährt.

 

Zeitigung

Zeitigung ist eine rechtzeitige Entnahme der Gelege, um diese "künstlich" -also von Hand- zu pflegen. Da eine Zeitigung in den meisten Fällen wesentlich erfolgreicher verläuft als die natürliche Brutpflege (welche aber nicht vernachlässigt werden darf), ist sie in der Terraristik -sowohl bei Reptilien, als auch bei Amphibien- sehr verbreitet.