Temperatur & Luftfeuchtigkeit


 

 

Was Temperatur und Luftfeuchtigkeit angeht, kann ich nur dringend zu einer thermostatgesteuerten Variante (welcher Art auch immer) raten, alle anderen Möglichkeiten (wie z.B. Zeitschaltuhren) sind für die Tiere zu riskant (entweder Überhitzung oder zu kalt) oder sehr umständlich. Ich persönlich habe anfangs mehrere Thermo Control Pro II von Lucky Reptile und einige selbstgebaute Temp.-Steuerungen benutzt Heute GHL Profilux ---> siehe HIER!).

Die Thermo Control Pro II hat imo nur 2 Nachteile:

1. ist der Fühler nur bedingt feuchtigkeitsresistent und sollte daher vor dem Verbauen dünn mit etwas Silikon überzogen werden und

 

2. läuft die "Echtzeituhr" nach wenigen Wochen mehrere Minuten nach oder vor, was ein regelmäßiges Abgleichen bei mehreren Thermo Control unumgänglich macht. 

Lucky Reptile Thermo Control Pro 2
Lucky Reptile Thermo Control Pro 2

Eine Grundtemperatur (Nachtabsenkung ca. 20°C) erreiche ich durch einen thermostatgesteuerten Raumheizkörper, sodass die Heizkabel unter der Frontgaze nur tagsüber etwas nach- bzw. dazuheizen müssen.

 

Was die unvermeidbar steigende Luftfeuchtigkeit im "Froschraum" angeht, kann ich - zumindest ab einer gewissen Anzahl an Terrarien-  nur dringendst empfehlen, einen Raumluftentfeuchter zu installieren und peinlichst gut zu lüften/heizen, um böse Schimmelschäden zu vermeiden.

           Links: Automatikthermostat                       Rechts: Raumluftentfeuchter

 

 

Für die Luftfeuchtigkeit gibt es drei Möglichkeiten:

 

1.) -Blumenpistole-

Die kostengünstigste und genaueste Variante ist, mit einer Blumenpistole selbst zu sprühen. Am zweckmässigsten haben sich die 5-15 Liter-Behälter mit Schlauch und Sprühstab erwiesen, die es im Baumarkt ab ca 15€ gibt. Dies ist bei einer bestimmten Anzahl an Terrarien natürlich mit Arbeit verbunden. Vorteil ist hier aber - abgesehen vom Preis - die exakteste Beregnung (Menge, Richtung, Dosierung, optische Kontrolle).

 

2.) -Nebler-

Die zweite Möglichkeit wäre einen Nebler (Fogger) einzusetzen, der zwar eine imposante Optik verschafft, aber zur Schaffung der benötigten LF alleine nicht immer ausreicht, also könnte man hier mit der ersten oder dritten Variante kombinieren.  Desweiteren muss man hier bei der Installation / Montage ein Gefälle in die Schläuche bzw Rohre bauen, um stehendes Kondenswasser (und somit Bakterienherde) zu vermeiden und eine regelmäßige und gründliche Reinigung zu ermöglichen. Der Einsatz von Neblern ist allerdings recht umstritten, da Bakterien & Co damit noch leichter in die Lungen der Frösche gelangen können. Nebler werden daher nur von sehr wenigen Dendrobatenhaltern eingesetzt.

 

3.) -Beregnung-

Die sinnvollste und angenehmste, wenn auch nicht grade günstigste Art zu befeuchten ist die Beregnungsanlage. Diese sollte über eine sekundengenaue Zeitschaltuhr gesteuert werden, um möglichst exakt zu regeln. Eine Minute Regen ist - je nach Art der Düsen oder z.B. im Fall einer zu simulierenden "Trockenperiode" - u.U. schon zu viel. Die genauen Regenphasen sollte man durch experimentieren herausfinden. Ich fahre mit 65-85% tagsüber und 90-100% nachts ganz gut, überlasse allerdings die LF-Regelung nicht ausschliesslich der Beregnung, sondern sprühe hier und da zusätzlich von Hand. Wichtige Faktoren bei der LF und somit fürs gesamte Klima sind neben der Be- und Entlüftung natürlich auch: Art der Einrichtung, Menge der Pflanzen, Größe des Beckens und Lüftungsflächen im Becken, sowie Anzahl und Durchflußmenge der Düsen.

 

Unterm Strich sollte man idealerweise die 1. und 3. Art kombinieren, um eine gute und ausgewogene Luftfeuchtigkeit zu erreichen.

 

Hohe Luftfeuchtigkeit führt zu Schimmel, also müssen wir auch hier etwas unternehmen. Mit einer ordinären Zeitschaltuhr und einem oder mehreren Computerlüftern kann man hervorragend für eine Zu- und/oder Abluft sorgen, um Staunässe zu vermeiden. Den vorübergehenden Schimmel (kleine Stellen) bekommt man auch ganz gut in den Griff, wenn man ihn einfach immer wieder mit einem recht "harten" Wasserstrahl wegspritzt.

 

Mancher Regenwaldterrarianer schwört ausserdem auf Eichenextrakt, Erlenzapfen oder Eichenlaub, sowie Seemandelblätter (halt alles, was auch in Richtung "Quappentee" geht).

 

Wie auch immer man seine Anlage betreibt, es ist unumgänglich, die/das Becken vor dem Besatz eine gute Zeit lang einzufahren, um unseren Schützlingen eine möglichst optimale Unterkunft zu bieten. Es empfiehlt sich auch, schon in dieser Zeit die Becken ausreichend mit Springschwänzen und Asseln anzuimpfen.

 

Links: Thermo Control Pro II (am Morgen)   

Rechts: Heizkabel im Alukanal unter der Frontlüftung (verhindern beschlagene Scheiben und erwärmen nur die Luft, nicht den Bodengrund, in dem die Tiere Abkühlung suchen würden)

 

Lüftung der Terrarien
Lüftung der Terrarien

Computerlüfter sind günstig, relativ leise und ideal für eine Belüftungsregelung gegen Staunässe. Ich habe je einen Lüfter pro "Etage", der die Stauluft aus den Lichtkästen nach draussen abtransportiert (rechter Lüfter an der Aussenwand) und desweiteren einen Lüfter pro Becken, der (nach vielem Experimentieren, ob aus dem Becken nach oben saugen oder ins Becken blasen) nun von oben ins Becken bläst, um die feuchte Luft darin zu verwirbeln. Der viel diskutierte Kamineffekt (von der unteren Frontgaze nach oben raus) benötigt aufgrund der aufsteigenden Wärme keine Unterstützung. Der in Regenwaldterrarien jedoch zeitweise unvermeidbare Schimmel wird durch die Verwirbelung etwas gebremst, zumindest besser, als durch ein Absaugen der Luft. Probiert es einfach mal mit einem leeren Becken und einem Nebler, Dampf, o.ä. aus...