Glas bohren


Benötigt werden:

 

- Glas oder Terrarium (in das gebohrt werden soll)

- Glasbohrer in entsprechenden Größen

- Akkuschrauber

- dicken Tesafilm

- Wasser

- Edding

- Maßband oder Zollstock

- Geduld und eine ruhige Hand

 

 

Da ich mit meinem Kumpel Andi ein Aquaterrarium zum Dendrobaten-tauglichen Terrarium umgebaut habe, möchte ich Euch die Vorgehensweise des Glasbohrens nicht vorenthalten. Zunächst einmal sollte man an der zu durchbohrenden Stelle VON UNTEN dicken Tesafilm aufkleben, um das Risiko des Zerbrechens oder Splittern der Scheibe kurz vor dem Durchbrechen des Bohrers zu vermeiden oder wenigstens zu minimieren.

Als nächstes zeichnet man mit Edding die Stellen an, an denen die Löcher gebohrt werden sollen. Hierbei muss man bedenken, dass Glasbohrer keinen Zentrierbohrer haben; es muss also eine Stelle am Kreisrand der Bohrung angezeichnet werden.

Benutzt haben wir diamantbesetzte Glasbohrer, wie man sie im Handel oder Internet bekommt. Es funktioniert zwar bis zu einer gewissen Lochgröße auch mit Glas- bzw. Fliesenspitzbohrern, aber das ist vermutlich Geschmacks- bzw. Übungssache.

Nun benetzt man die Bohrstelle mit etwas Wasser und setzt den Bohrer leicht schräg an. WICHTIG: NIEMALS DRÜCKEN! Das Gewicht des Akkuschraubers ist mehr als ausreichend, das Loch zu fräsen. 

Es bedarf einiger Übung, ohne Zentrierbohrer eine Rille am Rand des Kreises zu erstellen. Anschließend wird durch langsame Veränderung der Schrägstellung des Bohrers im Uhrzeigersinn eine leichte Kreisrille hergestellt. Ich kann (bei mehreren Löchern) nur empfehlen, erst alle Kreisrillen zu erstellen, bevor man ans eigentliche Bohren geht, da das schräge Ansetzen sehr viel Druck ausübt und Vibrationen im Glas unvermeidlich sind ~ ergo: je mehr Löcher, desto weniger Stabilität.

Natürlich darf man nicht vergessen, während der Bohrung immer wieder zwischendurch mit Wasser zu kühlen. Die Akkuschrauber-Drehzahl sollte recht niedrig sein. Kurz vorm Durchbrechen des Bohrers sollte man ganz langsam drehen lassen und VÖLLIG OHNE DRUCK, um dem Tesafilm die Chance zu geben, ein böses Ende zu vermeiden.

Nun kann man mit reichlich Geduld und einer ruhigen Hand weitere Löcher bohren. Am besten ist imo eine Arbeitshöhe in Bauchregion, um den Akkuschrauber/Bohrer möglichst ruhig und kontrolliert halten und führen zu können.

Und so sieht das ganze in bewegten Bildern aus. Hat ein bißchen was von Zahnarzt...   ;-)