Terrarienwände beflocken


Da ich beim letzten Beflocken vergessen habe, Bilder zu machen, hat mir mein guter Froschkumpel Andy mit den entsprechenden Fotos ausgeholfen. Dafür nochmals besten Dank! 

 

Benötigt werden:

 

-Styroporplatten in entsprechender Größe & Stärke

-Maßband

-Edding

-Messer

-Aquariensilikon

-Heissluftpistole

-Lötkolben

-Kreppband zum Abkleben

-viele Einweghandschuhe

-mehrere Pinsel (werden nur einmal benutzt!)

-Spachtel

-großes Gefäß und Stab zum Anrühren des Klebers

-Küchenwaage (am besten eine alte, oder gut abdecken)

-Torf-Humus-Schrot-Xaximstreu-Gemisch

-Handfeger & Kehrblech

-Staubsauger



Nachdem Tisch, Küchenwaage etc gegen die größte Sauerei gefeit sind, nehmen wir uns das Maßband und messen die Seiten- und Rückwände des/der Becken aus. Nachdem diese dann passend geschnitten sind, nicht vergessen, die Kanten 45° zu schrägen, zum einen für den Stoß, zum anderen, damit Wasser besser ablaufen kann und sich die Dendrobatiden nicht verstecken können. Nun kurz zur Kontrolle im Terrarium anhalten und mit Silikon einige Styroporstücke, Xaximstücke u.ä. als Struktur und Terrassen (für z.B. Laichhäuschen) an die Wände kleben. Hier kann man getrost sagen: Weniger ist mehr. Einmal bepflanzt, wächst diese Struktur doch recht schnell zu.

Um weitere Struktur zu erhalten (ist später wichtig für Feuchtigkeit und Bepflanzung), bearbeiten wir die Platten jetzt VORSICHTIG mit Lötkolben und Heißluftpistole. Lieber etwas zu vorsichtig starten und später mutiger werden, als direkt Löcher einzubrennen!

 

 

ACHTUNG!!! AB HIER NUR NOCH MIT EINWEGHANDSCHUHEN ARBEITEN!

Nun wird der Parkettkleber (Ich verwende Stauff PUK 445 mit Eisenoxid-Pigmentfarbe, es gibt aber auch den bereits eingefärbten 445e) mit dem Härter 1:8 (Härter:Klebemasse) verrührt. Ich nehme zur Verarbeitung nie mehr als 400g. Das heisst, das in diesem Fall: 400g Klebermasse und 50g Härter! Am Anfang sollte man besser mit weniger starten. Die fertige Masse wird nun möglichst schnell (aber ohne "Löcher") auf die Wand gepinselt und anschließend mit dem Torf-Humus-Schrot-Xaximstreu-Gemisch bestreut ("beflockt").

 

 

Nachdem alle Wände fertig beflockt sind, lassen wir diese ca 2-3 Stunden antrocknen und klopfen anschließend äußerst vorsichtig das überflüssige Material von den senkrecht gehaltenen Platten ab. Abgesaugt wird der letzte krümelige Rest erst am folgenden Tag.



Sind die Wände soweit fertig, werden sie mit Silikon ins Becken geklebt und die Winkel, Stöße oder Nähte evtl nochmal mit Kleber und Streu nachgebessert. Bevor die Terrarien bepflanzt und mit Tieren besetzt werden, sollten sie MINDESTENS 2 Wochen gut durchlüften.

Aus alt mach neu


Auch ist es nicht immer nötig, neue Becken zu kaufen, bzw. gebrauchte Becken komplett zu entkernen. Vorausgesetzt, man kennt die Herkunft und den hygienischen Zustand der Terrarien (im Idealfall handelt es sich um eigene alte Becken).

So lassen sich z.B. vorhandene Einrichtungen/Wände wunderbar überarbeiten. Im folgenden Beispiel wurden die im Laufe der Jahre unschön gewordenen Wände überarbeitet und Terrassen aus Schiefer geschaffen. Eine ursprünglich vorhandene Filter-/Wasserfallanlage habe ich verschwinden lassen, das ganze neu beflockt und eingerichtet:

In der Ausgangssituation unten rechts gut zu sehen: 

die Filteranlage des ehemaligen Wasserfalls. Das Licht sollte praktischerweise in Gegensatz zur Beregnung in Betrieb bleiben.

 

 

Nach einer gründlichen Reinigung werden die Wände und Terrassen mit PU-Schaum grob in die gewünschte Form gebracht. 

 

Nach dem Aushärten wird der Schaum weiter in Form geschnitten, die Schieferterrassen eingebracht und mit braunem Acryl versiegelt.

 

 

Jetzt wird der Schiefer abgeklebt und eventuelle Risse in der vorhandenen Einrichtung mit Acryl versiegelt.

 

 

 

 

 

Nun wird es Zeit, das benötigte Material zusammenzutragen:

Waage, Pinsel, Beflockung, Parkettkleber, Einweghandschuhe, Folie, etc, etc, ...

 

 

 

Der bereits braun eingefärbte Parkettkleber wird im Verhältnis 8:1 angemischt (Basis:Härter).

WICHTIG:

An Folie und Handschuhe denken.

 

Bei Terrarien einer gewissen Größe sollte man aufgrund der schnellen Aushärtezeit immer nur Stück für Stück bestreichen und beflocken.

 

 

Nach dem Beflocken sollte alles 24 Stunden trocknen bevor man weitermacht.

 

Als nächstes Reste absaugen, Schieferplatten von den Abklebungen befreien, Pinienrinde einbringen und Düsen einbauen.

 

 

Nun können Wurzeln, Steine, Kokosnusshälften, Filmdosen und die ersten Pflanzen platziert werden.

 

Zu guter letzt noch größere Bromelien und Ranken einsetzen, Laub ausstreuen und das ganze mit Asseln und Springschwänzen animpfen.

FERTIG!

 

 

Nach nur 3-4 Wochen kann man die ersten Erfolge sehen. Zuerst natürlich auf den (wassersammelnden) waagerechten Flächen.

 

Sollten übrigens zwischenzeitlich mal Pilze im Terrarium wachsen, habt ihr alles richtig gemacht. Sie sind ein Indikator fürs perfekte Mikroklima.