Zucht


Stimulanz   ;-)
Stimulanz ;-)

Ziel eines Froschzüchters sollte es sein, seine Pfleglinge (möglichst artenrein) erfolgreich zu vermehren und so deren Art zu erhalten, bzw. die Entnahme aus der freien Wildbahn zu minimieren. Grundvoraussetzung dafür können, neben einer artgerechten Haltung, auch bestimmte "Reizfaktoren", wie z.B. evtl. veränderte Temperatur und Luftfeuchtigkeit (Regen-/ Trockenzeit), erhöhtes Futterangebot, Änderungen in den Beleuchtungs- und Beregnungsphasen, aber auch mal ein Territoriumswechsel sein. 

 

 

 

Balz
Balz

Stimmen alle Parameter, fängt z.B. bei den tinctorius das Männchen an zu rufen ("schnarren", das für mich klingt, wie eine extrem leise Variante von Elmer Fudd´s Entenlockruf / siehe Rubrik "Videos"), das angelockte Weibchen verfolgt das Männchen daraufhin und beginnt ihm den Rücken zu streicheln. Hat der Bock - vom Weibchen verfolgt - einen passenden Ablaichort (Filmdose oder Petrischale unter halbierter Kokosnuss) gefunden, kommt es nacheinander zur Sperma-Abgabe und Eiablage. 

 

 

Eiablage / Ablaichen
Eiablage / Ablaichen

Die befruchteten Eier können nach 2-3 Tagen zur Zeitigung entnommen, oder den frischgebackenen Eltern zum Ausüben der Brutpflege überlassen werden (Ausnahme hier natürlich die oophagen Arten, deren Gelege immer bei den Elterntieren bleiben). In jedem Fall aber sollten unbefruchtete oder verpilzte Eier vorsichtig vom restlichen Gelege getrennt und entsorgt werden. Auch wenn ich mich nicht strikt an die im Klimaprotokoll vorgegebenen Regen- und Trockenzeiten halte, lege ich doch meist nach einer feuchten "Lege"-Phase eine etwas trockenere "Schon"-Phase ein, in denen ich den Tieren grundsätzlich ihre dann auch selteneren Gelege überlasse, um die zeitlichen Abstände zwischen den Gelegen zu maximieren und so die Weibchen zu schonen.

 

 

Bei anderen Arten -wie z.B. Oophaga pumilio oder auch Epipedobates anthonyi- führen die Männchen zusätzlich zum Rufen einen sogenannten (Kopf-)Amplexus durch. Oophaga pumilio z.B. ist ein sehr angenehm zu vermehrender Frosch, da man bei Zuchterfolg "nur" noch die fertigen Fröschlein vom Zuchtbecken ins Jungtierbecken überführen muss. Allerdings ist die Erfolgsquote bei dieser oophagen und "naturselektiven" Art zu züchten natürlich geringer als bei Zeitigung, was einen höheren Preis der Tiere rechtfertigt. Auch wenn dem einen oder anderen Züchter schon Nachzuchten mit Eigelb oder fremden "Nähreiern" gelungen sind.

 

 

 

 

Kaulquappe im Wassergraben
Kaulquappe im Wassergraben

Auch die Larven, die normalerweise im Quappenalter recht aggressiv gegenüber Artgenossen sind (zumindest bei geringem Platz- und Futterangebot), müssen nicht zwingend gezeitigt werden. In meinem Fall pflegten einige Paare ihre Zöglinge gemeinsam in Phytotelmen, Wasserschalen und anderen Gewässern, wo sie weiter wachsen und nur noch als Landgänger entnommen werden müssen. Die Wassergräben sind in offener Art bei mir inzwischen nicht mehr vorhanden.

Wird ein Gelege entdeckt, welches gezeitigt werden soll, sollte man dieses 2-3 Tage nach dem Ablaichen entnehmen und in eine Petrischale o.ä. überführen. Wichtig ist jetzt, dass die dunkle Seite der Eier nach oben zeigt und das gesamte Gelege im Wasser / Quappentee steht, aber auf keinen Fall überdeckt wird (es muß Sauerstoff ans Gelege kommen). Mehr dazu in den Untermenus.

 

[FALSCH:helle Seite oben / RICHTIG:dunkle Seite oben / RICHTIG:nicht unter Wasser]